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Birdman of Alcatraz (1962) – Von psychopathischen Mördern und sanftmütigen Vogelzüchtern

In John Frankenheimers „Birdman of Alcatraz“ (1962) geht es um die wahrlich außergewöhnliche Karriere des Gewaltverbrechers Robert Stroud, der während seiner lebenslangen Haft zu einem anerkannten Ornithologen avancierte. Burt Lancaster spielt hier den Gefangenen Stroud, der aufgrund seiner wissenschaftlichen Tätigkeiten mit Vögeln als der titelgebende „Birdman of Alcatraz“ berühmt wurde.

Der Vogelmann im Buch und Film

Bei dem Film „Birdman of Alcatraz“ (1962) handelt es sich um eine Adaption des gleichnamigen Buches von Thomas Eugene Gaddis aus dem Jahr 1955. Gaddis (1908 – 1984) war ein amerikanischer Autor, der in seiner Karriere einige Sachbücher und Biografien verfasste. Neben „Birdman of Alcatraz“ (1955) wurde der Autor durch „Killer: A Journal of Murder“ (1970), einer Biographie über den Serienmörder Carl Panzram, bekannt, die 1996 unter dem gleichen Titel von Tim Metcalfe ebenfalls verfilmt wurde. Gaddis bekanntestes Werk ist jedoch sein Buch „Birdman of Alcatraz“, das zu einer der bekanntesten Gefängnisbiografien in Amerika wurde. Darin geht es um die Geschichte des Mörders Robert Stroud, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, nachdem er im Bundesgefängnis Leavenworth in Kansas einen Wachmann erstochen hatte. Einen Großteil dieser Strafe verbrachte Stroud in Einzelhaft, wo er sich zu einem angesehenen Vogelexperten entwickelte. Auch wenn Frankenheimers Film auf Gaddis Buch basiert und sowohl der Autor als auch dessen Werk im Film sogar Erwähnung finden, handelt es sich bei „Birdman of Alcatraz“ (1962) um eine weitgehend fiktionalisierte Version des Lebens von Robert Stroud.

Der Anfang, den der Film nicht zeigt (1890 – 1912)

Frankenheimers Film beginnt mit Strouds Gefangenentransport ins Gefängnis. Über die Umstände der Verhaftung erfährt der Zuschauer in Dialogen nur das Nötigste, über Strouds Vergangenheit so gut wie nichts. Der echte Robert Stroud wurde am 28. Januar 1890 in Seattle, Washington, geboren. Roberts Kindheit kann man getrost als schwierig bezeichnen. Seine Mutter Elizabeth versuchte nach Kräften, die Kinder vor ihrem gewalttätigen alkoholkranken Vater zu schützen. Dies gelang ihr jedoch nicht immer und so wurden die Kinder häufig geschlagen. Vor allem Robert war stark vom Verhalten seines Vaters betroffen und entwickelte eine tiefe Abneigung gegen ihn.

Nach der dritten Klasse schmiss der junge Stroud die Schule, mit 13 Jahren verließ er sein Zuhause und tingelte als Landstreicher durch Amerika. Robert schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, die ihm ein Leben auf der Straße ermöglichten. Als Robert 17 war, kehrte er kurz nach Hause zurück. Allerdings hatte sich die familiäre Situation weiter verschlechtert und er verließ das Elternhaus kurz darauf wieder Richtung Alaska. Dort lernte Robert eine Entertainerin und Prostituierte namens Kitty O’Brien kennen und begann eine Beziehung mit ihr. Über die Art der Beziehung gibt es widersprüchliche Aussagen. Von einer echten Romanze bis zu einer geschäftlichen Verbindung, laut der Stroud Kittys Zuhälter gewesen sein soll, ist alles denkbar. So oder so waren Robert und Kitty 1909 in einen Konflikt verwickelt, bei dem Stroud einen Mann erschoss und dafür zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Diese Strafe sollte er auf McNeil Island, einem Bundesgefängnis im US-Bundesstaat Washington, absitzen.

Stroud hatte große Probleme, sich an das Leben in der Haft zu gewöhnen und sich an den streng durchgesetzten Verhaltenskodex zu halten. Wöchentliche Briefe von Kitty und seiner Mutter waren die einzige Kontaktquelle, die er zur Außenwelt hatte. Während seiner Zeit auf McNeil Island zeigte sich, dass Stroud gewalttätig und schwer zu handhaben war. Einmal griff er einen Krankenpfleger an, der Stroud bei der Gefängnisverwaltung meldete, nachdem dieser ihn bedroht hatte und zwingen wollte, Betäubungsmittel zu beschaffen. Bei einer anderen Gelegenheit tötete Stroud im Streit einen Mithäftling. Dafür wurde Strouds Haft um weitere sechs Monate verlängert. Kurz darauf wurde er 1912 wegen der ständigen Beschwerden über seine Drohungen gegen andere Insassen und gleichzeitiger Überfüllung des Gefängnisses in das Bundesgefängnis Leavenworth in Kansas verlegt. Genau an dieser Stelle beginnt der Film „Birdman of Alcatraz“ ohne die bisherigen Geschehnisse wesentlich zu thematisieren.

The Birdman of Leavenworth (1912 – 1918)

Streng genommen müsste Robert Stroud eigentlich als „Birdman of Leavenworth“ bekannt sein: Denn die komplette Forschungstätigkeit an seinen Vögeln, für die er letztendlich bekannt wurde, fand im Gefängnis von Leavenworth statt. Als er später nach Alcatraz verlegt wurde, durfte er überhaupt keine Vögel mehr halten.

Im Film wird Stroud zunächst als einfacher und ziemlich ungehobelter Zeitgenosse dargestellt. Auch wenn Stroud sozial tatsächlich ein schwieriger Insasse war, zeigte er bereits vor seinen ornithologischen Tätigkeiten ein großes Interesse an der Wissenschaft. So trug er sich schon früh nach seiner Inhaftierung für einige Fernkurse in den Bereichen Astronomie, Bauingenieurwesen und Physik ein, um sich weiterzubilden. Da Stroud nur drei Jahre zur Schule gegangen war, waren Wachen und Zellengenossen gleichermaßen überrascht, als Robert in all seinen Kursen außergewöhnlich gute Noten erhielt.

Was im Film ebenfalls nicht thematisiert wird ist, dass Stroud 1915 wegen anhaltender Schmerzen im Gefängniskrankenhaus landete, wo bei ihm eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, die ihm für den Rest seines Lebens Probleme bereiten sollte. Aufgrund seiner Schmerzen wurde Stroud zunehmend distanzierter und verbitterter. Er begann sogar, seine Studiengänge abzubrechen, die er so sehr genoss. Seine Wut und Frustration über seine Situation wurden durch Spannungen zwischen ihm und Teilen des Wachpersonals noch verstärkt. Nachdem Stroud 1916 der Besuch seines Bruders verweigert worden war, was im Film in den Besuch seiner Mutter abgewandelt wurde, tötete er im Zorn eine Wache in der Kantine des Gefängnisses. Daraufhin wurde Stroud wegen Mordes zum Tode durch Erhängen verurteilt. Wie im Film gezeigt wird, schaffte es Strouds Mutter jedoch eine Begnadigung bei Präsident Woodrow Wilson zu erwirken. Strouds Todesurteil wurde in eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung umgewandelt. Aufgrund seines gewalttätigen Verhaltens verfügte die Gefängnisleitung von Leavenworth, dass Stroud diese Strafe dauerhaft in Isolationshaft absitzen sollte.

Was der Film jedoch nicht zeigt ist, dass Strouds Fall zuvor einen sich über zwei Jahre hinziehenden Prozess durchlief, in dem der Angeklagte und dessen Mutter alle rechtlichen Mittel ausschöpften, um die Todesstrafe abzuwenden. Dabei wurde sogar Strouds Geisteszustand verhandelt. Es kam zu Berufungen von Strouds Seite, dann wieder von Seiten der Anklage und zu zahlreichen Aufschüben. Obwohl Strouds Todesstrafe am Ende der Verhandlung ausgesetzt und in eine lebenslange Haft umgewandelt worden war, war Stroud mit der Durchführung des Prozesses unzufrieden. Er hielt den kompletten Prozess für unrechtmäßig, da die Verteidigung keine kritischen Beweise vorlegten oder Zeugen vorluden, die für ihn aussagten. Darüber hinaus wurden Beweise gegen ihn verwendet, die ohne eine gerichtliche Anordnung Stroud illegal weggenommen und beschlagnahmt worden waren. Roberts Anwälte legten also Berufung gegen das Urteil ein und erklärten, dass dem Angeklagten seine verfassungsmäßigen Rechte während des Prozesses verweigert worden seien. Daraufhin wurde der Prozess vom Obersten Gerichtshof der USA für ungültig erklärt und ein neuer Prozess wurde angeordnet. Am Ende dieses zweiten Prozesses wurde Stroud 1918 doch zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung wurde jedoch kurz vor der Vollstreckung, dank der Mühen durch Strouds Mutter beim Präsidenten, vereitelt.

Lebenslange Einzelhaft (1918 – 1942)

Während der Zeit in Einzelhaft entwickelte Stroud ein großes Interesse an Kanarienvögeln, nachdem er auf dem Gefängnishof im Sommer 1920 infolge eines Gewitters ein Nest mit drei lebenden Küken fand. Stroud brachte die Vögel in seine Zelle und kümmerte sich um sie. Er begann, jedes Buch zum Thema Vögel zu lesen, das in der Gefängnisbibliothek verfügbar war. Dieser Teil seines Lebens stellt den Kern des Films „Birdman of Alcatraz“ dar, in dem die Forschungsarbeit Strouds sehr treffend geschildert wird. Dabei bleibt der Film inhaltlich über weite Strecken faktentreu. Grob zusammengefasst züchtete Stroud eine beachtliche Menge an Vögeln und erforschte deren Physiologie und Lebensweise. Es gelang ihm sogar, Medikamente gegen einige Vogelkrankheiten zu entwickeln und zu vermarkten. Zudem veröffentlichte er einige Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften und auch eigene Publikationen.

Neben Strouds Studien an den Vögeln wird auch die Beziehung zu Della May Jones, die im Film Stella Johnson heißt und von Betty Field gespielt wird, thematisiert. Die beiden organisierten gemeinsam den Verkauf von „Stroud’s Specific“, dem von Stroud entwickelten Vogelmedikament. Das Unternehmen wurde zu einem großen Erfolg. Allerdings war es Gefangenen nicht gestattet, aus der Haft heraus geschäftliche Tätigkeiten auszuführen und Stroud wurde angewiesen, seine Studien zu beenden und seine Vögel loszuwerden. Als Vogelliebhaber auf der ganzen Welt von Strouds Lage hörten, trat dies eine Welle von Protestbriefen und Petitionen los, die den öffentlichen Druck auf das Bundesgefängnisbüro so groß werden ließ, dass Stroud seine Vögel behalten und seine Geschäfte und Experimente weiterführen konnte. Allerdings durfte er nur einen winzigen Bruchteil des Erlöses aus dem Geschäft behalten. Verärgert drohte Stroud, einen solchen öffentlichen Aufruhr zu machen, dass das Gefängis und die staatlichen Behörden in keinem guten Licht stehen würde. Darauf bot man Stroud an, dass er zwar keine Einnahmen für sich generieren durfte, dafür aber eine neue und größere Zelle sowie Zugang zu allen für seine Arbeit erforderlichen Geräte erhalten sollte. Stroud war einverstanden.

Ein Aspekt, den der Film nicht behandelt, ist die Geschichte um das Buch „Diseases of Canaries“, das Stroud im Jahr 1933 veröffentlichte. Das Buch verkaufte sich in Fachkreisen gut. Stroud erhielt jedoch keine Lizenzgebühren aus seinen Verkäufen, da er um seinen Anteil betrogen wurde. Stroud kaufte Werbeflächen in einer Zeitschrift, auf denen er die Öffentlichkeit über die unfaire Behandlung informierte, die er vom Herausgeber seines Manuskripts erhalten hatte. Der Verlag leitete ein offizielles Beschwerdeverfahren gegen das Gefängnis ein, da man nicht verhinderte, dass ein Gefangener nach Belieben mit der Öffentlichkeit korrespondierte. Die Gefängnisleitung, die Strouds Aktivitäten und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit leid waren, kamen zu dem Entschluss, dass man den Störenfried loswerden musste. Zudem wies man die Beamten an, Strouds Haft so unangenehm wie möglich zu gestalten, indem einige der eingeräumten Privilegien gestrichen wurden. Hinter den Kulissen versuchte man, Stroud aus Leavenworth zu verlegen.

Als Stroud Wind von der geplanten Verlegung bekam, versuchte er, einen Weg zu finden, um diese zu vermeiden. Er wusste, dass er seine Vögel verlieren würde, wenn er versetzt würde. Er studierte Rechtsbücher aus der Gefängnisbibliothek und hoffte, eine Gesetzeslücke zu finden. Tatsächlich fand Stroud ein Gesetz, laut dem ein Gefangener, wenn er im Bundesstaat Kansas verheiratet war, das Recht hätte, in einem Gefängnis zu verbleiben, das in unmittelbarer Nähe zum Wohnort des Ehepartners lag. Also gingen Stroud und Della eine Scheinehe ein, um eine Verlegung und das damit verbundene Ende der geschäftlichen Verbindung zu verhindern. Im Film wird diese Ehe als echte Liebesgeschichte dargestellt, die so vermutlich nicht existierte. Auf diese Weise war es Stroud möglich, in Leavenworth zu bleiben. Die Gefängnisbeamten machten seine Haft jedoch weiterhin so unerträglich wie möglich und fühlten sich von Stroud an der Nase herumgeführt. So beschloss man, Strouds Privilegien weiter einzuschränken, und verhinderte sogar, dass Stroud und Della Kontakt hielten. Während dieser Zeit verschlechterte sich auch Strouds Gesundheitszustand stetig. Auch davon wird in „Birdman of Alcatraz“ nichts erwähnt. Stroud erlitt eine Lungenentzündung, an der er fast gestorben wäre und auch seine Prostata bereitete ihm immense Schmerzen.

In den folgenden Jahren vermied Stroud weiteren Ärger mit der Gefängnisleitung, um seine Lage nicht noch weiter zu verschlimmern. Allerdings stellte sich irgendwann heraus, dass Stroud einige der Geräte, die er für seine Forschungsarbeit angefordert hatte, tatsächlich zur Herstellung von Alkohol verwendet hatte. Diesen Verstoß nutzten die Beamten als Anlass, um den lästigen Störenfried loszuwerden. 1942 wurde Stroud nach Alcatraz versetzt, wo er die nächsten siebzehn Jahre verbrachte.

Verlegung nach Alcatraz und die letzte Jahre (1942 – 1963)

Nicht zuletzt dank des Films „Birdman of Alcatraz“ wurde Robert Stroud zu einem der berühmtesten Insassen in der Geschichte der Gefängnisinsel. Vielleicht sogar zu dem bekanntesten, wenn man von dem legendären Gangster-Boss Al Capone absieht. Als Stroud 1942 nach Alcatraz verlegt wurde, war er sich bereits des berüchtigten Rufs des Gefängnisses bewusst. Tatsächlich durfte Stroud jedoch einige seiner Privilegien behalten. Dazu zählte unter anderem auch der Zugang zur Bibliothek, von wo aus er zahlreiche Gesetzbücher studierte. Mit seinen neu gewonnenen Rechtskenntnissen begann er, bei den Bundesgerichten eine vorzeitige Freilassung zu beantragen. Diese Gesuche wurden jedoch fortlaufend zurückgewiesen.

Stroud, der im Film als geläuterter Häftling dargestellt wird, der in sich ruht und sich mit seiner Lage abgefunden hat, wurde tatsächlich immer verbitterter und frustrierter. Strouds Wut auf das System veranlasste ihn, eines neuen Buches zu schreiben, das die Geschichte des Bundesgefängnissystems und die Haftbedingungen in den Einrichtungen der damaligen Zeit beschrieb. Während des Schreibens des Buches verschlechterte sich Strouds Gesundheitszustand erneut, was im Film erneut nicht thematisiert wird. Die Schmerzattacken waren zeitweise so akut, dass Stroud einen großen Teil seiner Haft im Gefängniskrankenhaus von Alcatraz verbrachte.

In den folgenden Jahren begann Stroud, noch mehr Petitionen für seine Begnadigung beim Obersten Gerichtshof einzureichen. Doch seine Gesuche wurden weiterhin abgelehnt. Gesundheitlich angeschlagen, frustriert über das System und vom Leben im Gefängnis zermürbt, unternahm Stroud im Dezember 1951 einen Selbstmordversuch, indem er seine Schmerzmittel absichtlich überdosierte. Dieser schlug jedoch fehl. Schließlich wurde Stroud 1959, nach 50 Jahren Haft, in ein Gefängniskrankenhaus mit minimaler Sicherheitsstufe in Springfield, Missouri, verlegt. An dieser Stelle endet der Film „Birdman of Alcatraz“. Obwohl Stroud in Springfield mehr Freiheiten eingeräumt wurden als jemals zuvor in seinen Haftjahren, war er immer noch nicht zufrieden und beantragte weiterhin erfolglos beim Obersten Gerichtshof der USA seine Freiheit. Am 21. November 1963 starb Robert Strouds im Alter von 73 Jahren in jenem Gefängniskrankenhaus in Springfield eines natürlichen Todes, nachdem er insgesamt eine 54-jährige Haftstrafe verbüßt hatte.

Das Erbe eines Mörders

„Birdman of Alcatraz“ erschien 1962, ein Jahr vor Strouds Tod. Stroud durfte den Film, in dem Burt Lancaster ihn als sanftmütigen und geläuterten Mann darstellt, jedoch nie sehen. Lancaster selbst wurde für seine Darstellung Strouds später für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Trotz Strouds gewalttätiger Verbrechen bewunderte Burt Lancaster dessen Leistungen als Ornithologe so sehr, dass er der Meinung war, Stroud hätte begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen werden müssen. Angeblich setzte sich Lancaster vor Strouds Tod sogar aktiv für dessen Freilassung ein. Ehemalige Mitinsassen während Strouds Zeit in Alcatraz sagten jedoch, dass der wahre Stroud weitaus unheimlicher, gefährlicher und unangenehmer war als die im Film dargestellte fiktive Version. Auch ein ehemaliger Gefängniswärter berichtete, dass Stroud alles andere als der sympathische Charakter war. Vielmehr soll Stroud ein äußerst schwieriger Häftling gewesen sein, der, obwohl hochintelligent, ein gewalttätiger Psychopath war.

Gleichzeitig gilt Robert Stroud dank seiner Erfolge auf dem Gebiet der Ornithologie und der Tatsache, dass er seine Haftstrafe nutzte, um sich ständig weiter fortzubilden als ein Musterbeispiel der Rehabilitation und Resozialisation. Lancasters Darstellung Strouds in John Frankenheimers Film führte sicherlich dazu, dass Stroud im Rückblick in einem besseren Licht erscheint als er es möglicherweise verdient hätte. Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Leben und der Karriere des „Birdman of Alcatraz“ ohne Frage um eine wahrlich außergewöhnliche Geschichte.

2 Gedanken zu „Birdman of Alcatraz (1962) – Von psychopathischen Mördern und sanftmütigen Vogelzüchtern“

  1. Ui, spannend und sehr interessant. Da wäre die Verfilmung der wahren Lebensgeschichte von Robert Stroud sicherlich der bemerkenswerte Film geworden, auch wenn „Birdman…“ für sich auch schon sehr gelungen ist . Aber für die Darstellung eines solchen Charakters war Hollywood noch nicht reif und auch das Publikum hätte wohl eher ablehnend und ratlos reagiert.

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    1. Mir hat „Birdman…“ auch sehr gut gefallen. Das ist meistens die Voraussetzung dafür, dass ich mich tiefer mit einem Film befasse. Ob Hollywood noch nicht reif für den echten Strout war, kann ich nicht beurteilen. Zumindest in anderen Genres gab es auch davor schon ambivalente Protagonisten.

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